Hauptmenü

Die Weiße Hornlose Heidschnucke


Direkt zum Seiteninhalt

Genetik

Hunde


...Der Border Collie ist eine der faszinierendsten Rassen, da er zum einen durch seinen großen Genpool als sehr robust gilt aber vor allem durch seine Arbeitsweise begeistert. Mit geduckter Haltung fixiert er das Vieh und kann es somit in jegliche Richtung bewegen. Punktgenau. Dabei befolgt er die Kommandos seines Herrn bereitwillig und lässt sich in jede beliebige Richtung lenken. Davon aber nicht genug, denn der Border Collie verfügt zudem noch über ein großes Spektrum an Selbstständigkeit, so dass er auch außer Sichtweite die Arbeit verrichten kann, die notwendig ist. Diese Fähigkeit hat er seinem überaus spezialisierten Hüteinstinkt zu verdanken. Dieser Instinkt ist ein komplexer Zusammenschluss mehrerer Gene, welche teilweise derart miteinander gekoppelt sind, dass das eine Gen nicht ohne das andere Gen in ein bestimmtes Verhalten münden kann. Der Hüteinstinkt besteht nicht nur aus einem Verhalten wie z.B. das Fixieren (eye), sondern auch aus dem Willen, Kommandos des Handlers zu befolgen (will to please), dem Gespür für die Bewegungen der Schafe und dementsprechend mit kleinsten Bewegungen zu reagieren (sheep sense), aus dem richtigen Druckpunkt zum Treiben der Schafe (balance), aus der Fähigkeit schnell zu lernen (brains), aus der Affinität, also dem Interesse am Vieh und dem Willen daran zu arbeiten (keeness) oder auch aus der Präsenz des Hundes am Vieh, mithin wie viel Druck, bzw. Autorität er auf das Vieh ausüben kann (power). Macht man sich mit diesem Gefüge vertraut, wird einem bewusst, wie langwierig die Zucht auf solch einen spezialisierten Hütehund gedauert haben muss und auch wie schnell solch ein komplexes System auseinander fallen kann, wenn man sein Augenmerk von diesen Fähigkeiten abwendet. Wie genau diese einzelnen Erbgänge von statten gehen ist noch nicht hinreichend bekannt, aber man konnte bereits feststellen, dass sich z.B. das Fixieren des Border Collies stark vererbt, während z.B. der will to please, die balance oder brain weniger wurden bzw. gar nicht mehr vorhanden waren, sobald in der Zucht nicht mehr explizit darauf selektiert wurde. Da die Rasse Border Collie aus einer Vielzahl von Hunden gezüchtet wurde, besteht auch innerhalb der Zucht dieser Arbeitshunde die Möglichkeit, dass Welpen geboren werden, die an den Schafen nicht die gewohnte Arbeit verrichten, bzw. sich nicht genügend dafür interessieren. Insofern ist es immer noch ein langwieriger Prozess den Border Collie weniger flexibel in seiner genetischen Struktur zu machen.
Unter diesem Blickwinkel kann man sich nun auch deutlich vorstellen, dass eine Zucht weg von diesen Eigenschaften zwangsläufig eine Rasse nach sich zieht, die mit dem eigentlichen "Collie - Das Nützliche" nichts mehr gemein hat. Der "eye dog" wie er einst genannt wurde, verliert diesbezüglich seine Bedeutung und auch seine Geschichte verliert ihren reellen Bezug zu ihm.
Dem muss man sich bewusst sein, wenn man ein ernsthaftes Interesse an der Rasse Border Collie hat. Denn oftmals ist es eben nicht nur das Aussehen, das einen in seinen Bann zieht, nein, es ist das Verhalten eines Hundes. Und genau das, genau diese Faszination gilt es im Grunde zu erhalten, damit auch unsere nachfolgenden Generationen etwas davon haben.
Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass man zwar die Lernfähigkeit und den will to please bei einem Border Collie erhalten kann, man aber grundsätzlich auf den Hütetrieb verzichten könnte. Das eine hängt untrennbar mit dem anderen zusammen...



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü